normale Schrift einschalten   große Schrift einschalten   sehr große Schrift einschalten

infoplan
Baukulturpreis 2017
Homepage Freiwillige Feuerwehr
Maerker Amt Gransee und Gemeinden
Historische Stadtkerne Brandenburg
Historische Dorfkerne Brandenburg
Brandenburg vernetzt
Wetter
Teilen auf Facebook   Teilen auf Twitter   Link verschicken   Drucken
 

Zertifikat für „Kita mit Biss“

Gransee und Gemeinden, den 28.02.2019
In „Henriettes Schneckenhäuschen“ achtet man auf die Gesundheit der Milchzähne. Für die Pflege und Vorsorge nach Empfehlungen der Gruppenprophylaxe gab es das Zertifikat „Kita mit Biss“.

 

Max hält stolz seine Zahnbürste hoch. „Die ist neu“, verkündet der Knirps und verschwindet im Waschraum. Derweil stimmen die anderen Kinder in der Kita „Henriettes Schneckenhäuschen“ schon mal probeweise das Zahnputz-Lied an: „Alle Zähne werden geputzt“. Die Melodie kennt jeder von „Alle Vögel sind schon da“.

Ihr kleines Programm haben die Kindergartenkinder für die Gäste einstudiert, die Montagvormittag mit noch mehr neuen Zahnbürsten und Zahnputzbechern im Gepäck der Kita einen Besuch abstatteten.

 

Dafür gab es einen besonderen Anlass. Der Zahnärztliche Dienst des Landkreises Oberhavel überreichte der Einrichtung das Zertifikat „Kita mit Biss“ und bestätigte damit die erfolgreiche Umsetzung des Präventionsprogrammes. Die Zahnärztin Sabine Haase, Zahnarzthelferin Katja Gartz und das Krokodil-Maskottchen Kroki mit den weißen Zähnen überbrachten das offizielle Schreiben, Informations-Flyer für gesunde Zähne und Geschenke.

 

Die Kita „Henriettes Schneckenhäuschen“ ist die erste Einrichtung im Amt Gransee mit diesem Zertifikat. Im gesamten Landkreis Oberhavel gibt es 102 Kindertagesstätten, davon sind 23 „Kitas mit Biss“.

 

Wie wichtig das tägliche Zähneputzen ist, wie man es richtig macht und dass beispielsweise der zuckerfreie Vormittag zur Zahngesundheit beitragen kann, lernen die Jüngsten von den Erzieherinnen, die wiederum den Empfehlungen der Fachleute vom Zahnärztlichen Dienst des Landkreises Oberhavel folgen. Dort gibt es Ansprechpartner für alle Belange rund um gesunde Kinderzähne. „Mit diesem besonderen Gesundheitsbaustein erreichen wir kontinuierlich rund 1100 der insgesamt 9100 Kitakinder“, so Gesundheitsdezernentin Kerstin Niendorf.

Trotz der zahnärztlichen Untersuchungen und der gruppenprophylaktischen Betreuung der Kitakinder bleibt die Vorsorge ein Thema. „Etwa 80 Prozent der Kitakinder im Landkreis haben ein gesundes Milchgebiss. Bei jedem fünften Kind liegen jedoch bereits kariöse Schäden vor.“ Daniela Stutz vom Zahnärztlichen Dienst sieht deshalb vor allem bei Fünfjährigen noch Handlungsbedarf. Das Ziel sind 80 Prozent kariesfreie Kindergebisse, in Oberhavel liegt dieser Wert bei 69 Prozent, wie die Gesundheitsberichterstattung des vergangenen Jahres ergab.

„Schneide-, Eck- und Backenzahn – jeder Zahn ist einmal dran“, heißt es in dem Lied, das die Menzer Kitakinder am Montag sangen. Damit das selbstverständlich wird, sind die Eltern gefragt. „Die Zahnpflege zu Hause beginnt ab dem ersten Zahn“, heißt es in einem der Flyer, die gestern verteilt wurden. Ein weiterer guter Rat betrifft die Fläschchen, die dem Kind nicht zum Dauernuckeln oder Einschlafen überlassen werden sollten. Nicht nur Süßigkeiten, auch gezuckerte und saure Getränke schädigen die Milchzähne.

Zahnärztliche Untersuchungen, die altersgerechte Anleitung zur Mundhygiene, Fluoridierungsmaßnahmen, Ernährungslenkung und spezielle Programme für Kinder mit höherem Kariesrisiko gehören zu den Maßnahmen der Gruppenprophylaxe, die vom Zahnärztlichen Dienst organisiert werden.

Größte Reichweite

Die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe ist eine gesetzlich verankerte Präventionsmaßnahme. Sie wird vor allem in Kindertagesstätten und Schulen angewandt. Die sogenannte aufsuchende präventive Betreuung hat sich zum reichweitenstärksten Präventions- und Gesundheitsförderungsangebot etabliert. Im Land Brandenburg ist die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe in landesweite und kommunale Gesundheitsstrategien eingebunden.

Für die „Kita mit Biss“ wurden Handlungsleitlinien zur Vermeidung der frühkindlichen Karies her­ausgegeben. Ein gesundes Frühstück, vorwiegend kauintensive Obst- und Gemüsezwischenmahlzeiten, das Anbieten ungesüßter Getränke und die Hilfe beim Abstellen von Lutschgewohnheiten gehören unter anderem dazu.

Von Martina Burghardt, Märkische Allgemeine Zeitung

 

Foto: Foto: Landkreis Oberhavel