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Senioren bilden Interessengemeinschaft

Gransee und Gemeinden, den 26.10.2018
Nach der Auflösung des Brandenburgischen Seniorenverbandes zum Ende dieses Jahres wird der Ortsverband Gransee als Interessengemeinschaft 60 plus weitermachen. Der Beschluss war einstimmig.

 

Wie in vielen anderen Städten Brandenburgs organisierten sich seit 1991 Rentner im Bund der Ruhestandsbeamten, Rentner und Hinterbliebenen, später im Brandenburgischen Seniorenverband. Auch in Gransee fanden sich zu dieser Zeit Gleichgesinnte zusammen, vor allem, um den Kontakt untereinander zu pflegen und über aktuelle Themen auf dem Laufenden zu bleiben.

In den vergangenen Jahren haben sich mehrere Vereine verabschiedet. Nun traf es auch den Dachverband. „Aus Personalmangel“, berichtet die Granseer Seniorenchefin Helga Krahl, „löst sich der Brandenburgische Seniorenverband zum 31. Dezember 2018 auf.“ Die Ortsverbände stehen daher vor der Entscheidung aufzugeben oder weiterzumachen – als eingetragener oder nicht eingetragener Verein oder als Interessengemeinschaft.

Aufgeben wollen die 28 Senioren in Gransee nicht. „Der Ortsverband wird künftig unter dem Namen ‚Interessengemeinschaft der Senioren Gransee 60 plus’ arbeiten“, so Helga Krahl. Der Beschluss war einstimmig. Der bisherige Vorstand wird die Arbeit fortführen. Helga Krahl und Marlies Scheel wollen weiterhin interessante Veranstaltungen, die jedermann zugänglich sind, organisieren und bedanken sich in dem Zusammenhang beim Amt Gransee und Gemeinden, bei der Stadt Gransee und der Wohnungsgesellschaft für die bisherige Unterstützung. Sie hoffen, dass sie weiterhin darauf setzen können.

 

Denn da wäre die Frage des Treffpunktes für die monatlichen Vorstandssitzungen und Versammlungen. „Wir haben das Glück, im Amt oder im Heimatmuseum unterzukommen. Nun warten wir auf die Sanierung des Klosters, wo es Platz für alle Vereine geben kann“, so Helga Krahl. Mitgliedsbeiträge können ab Januar nicht mehr erhoben werden, trotzdem sollen weiter monatlich drei Euro von jedem Mitglied der Interessengemeinschaft eingesammelt werden, um Unkosten zu decken.

Die beliebten „Fahrten ins Blaue“ soll es weiterhin geben. „Die sind immer ausgebucht“, so Helga Krahl. Zu anderen Veranstaltungen, Vorträgen über aktuelle Themen wie Betreutes Wohnen, Pflegeversicherung, Gesundheitsfragen, sind nach wie vor auch Nichtmitglieder willkommen. Trotzdem erreichen die aktiven Senioren nicht jeden ihrer Altersgenossen. „Manche kriegt man einfach nicht raus“, sagt Helga Krahl. Ähnlich ist es mit der Verantwortung, kaum jemand möchte der Motor sein.

Dabei werden auch die Aktiven immer älter. Helga Krahl ist mit ihren 77 Jahren körperlich und geistig fit und froh darüber. Sie gehört noch zu den Jüngeren. Das älteste Mitglied der Ortsgruppe ist 92 Jahre alt. Auch wenn sich die Interessengemeinschaft 60 plus nennt, gibt es keine wirkliche Altersgrenze. „Wer mit 50 mitmachen möchte, ist willkommen“, so Helga Krahl.

Sie selbst kann sich nicht vorstellen, nur zu Hause zu sitzen und über Kreuzworträtseln zu grübeln. Als Diplom-Agraringenieurökonomin war sie hauptsächlich in der Verwaltung tätig, meist in leitender Funktion. Mit 58 Jahren war sie bereits verwitwet. Die beiden Kinder wohnen in der näheren Umgebung, die Enkel sind erwachsen und gehen ihren eigenen Weg. Schon als junge Frau war Helga Krahl in die SED eingetreten, hat seitdem alle Veränderungen der Partei mitgemacht, ist Stadtverordnete der Linken und dort Vorsitzende des Finanz-, Sozial- und Kulturausschusses.

Und da ist noch der Seniorenbeirat der Stadt, in dem sie den Seniorenverband vertritt. In dem Gremium steht die Aktualisierung der sogenannten Altenbedarfsplanung auf der Agenda. Helga Krahl hat schon Ideen, diesmal sollten beispielsweise die Ortsteile mehr berücksichtigt werden.

Das beliebte Klatschcafé in der Bibliothek ist ein Resultat dieser Zusammenarbeit. Mit Leben erfüllt sein will auch der Kooperationsvertrag zwischen der Stadtschule, dem Hort, dem Förderverein „Große für Kleine“ und dem Seniorenverband. „Man muss sich immer wieder etwas einfallen lassen“, sagt Helga Krahl und bedauert gleichzeitig, dass es immer dieselben sind, die aktiv werden.

Bequemlichkeit oder Interessenlosigkeit – das sind für die 77-Jährige Fremdwörter. Ihr Terminkalender ist voll, und darüber ist sie froh. Trotzdem will Helga Krahl allmählich Aufgaben abgeben. Bei der nächsten Kommunalwahl wird sie wohl nicht mehr kandidieren. Trotzdem wird es an Terminen nicht mangeln. Mittwochs zum Beispiel ist Probe. Helga Krahl singt im Senioren-Chor Spätlese mit, der 2019 sein 30-jähriges Bestehen feiern kann. Schon jetzt werden Weihnachtslieder geübt. Auftritte gibt es das ganze Jahr über.

 

Von Martina Burghardt, Märkische Allgemeine Zeitung

 

Foto: Quelle: Martina Burghardt, Märkische Allgemeine Zeitung