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Gransee zu Zeiten Napoleons

Gransee und Gemeinden, den 13.04.2018
Vor 212 Jahren erreichten die Franzosen auf ihrem Feldzug auch Gransee und überfielen die Stadt. Im Sommer soll dort zur Erinnerung an dieses Ereignis jene Zeit in einer Nachstellung zu neuem Leben erwachen.

 

„Bonjour!“, hieß es am Sonntagvormittag im Amt Gransee: Zu Gast waren ein französischer Oberstleutnant des Brigadegenerals, zwei Gardekanoniere der berittenen kaiserlichen Brigade, ein Grenadierbataillon und zwei Vertreter des sächsischen Husarenregiments sowie der preußischen Kavallerie. Historischer Besuch, der den ehrenamtlichen Bürgermeister Mario Gruschinske und den stellvertretenden Amtsdirektor Wolfgang Schwericke ins Jahr 1806 katapultierte – wenn auch nur als kleinen Vorgeschmack auf den Sommer.

 

Dreitägiges Reenactment

 

Von Freitag, dem 29. Juni bis zum Sonntag, den 1. Juli gehen in Gransee zwischen 100 und 200 Hobbydarsteller auf einen historischen Feldzug und stellen in originalgetreuer Aufmachung und Uniformen Stationen nach, bei dem die Stadt den französischen vorrückenden Truppen Napoleons zum Opfer fiel.

 

Das dreitägige Spektakel soll Mitwirkenden und Zuschauern ein möglichst detailliertes Bild von den Ereignissen vor 212 Jahren geben und die Geschichte dieser kriegerischen Epoche erlebbar machen.

 

Geschichte zum Anfassen

 

„Ich freue mich sehr darauf, dass dieses lebendige Freizeitprojekt einen Teil unserer Stadtgeschichte darstellt“, sagte Mario Gruschinske. Die Darsteller sowohl auf französischer als auch auf preußischer Seite kommen von verschiedenen Reenactment-Gruppen und Dachverbänden aus Berlin, Potsdam, Leipzig, Jena und Dresden.

 

„Wir sind überall in Europa unterwegs“, sagt der Berliner Stefan Hückler, der seit vielen Jahren mit seinem Sohn Jonas als Historienwanderer in die napoleonische Zeit eintaucht. „Ich wirke seit über 19 Jahren an historischen Feldzügen der Napoleonzeit mit“, sagte Henrico Christophori aus Leipzig.

An verschiedenen Standorten in Gransee werden Biwaks errichtet und geplante, aber auch spontane Szenen stattfinden. „Alles ist frei zugänglich, unsere Stabsstelle wird sich im Klostergarten befinden, und wer in die Geschichte eintauchen will, kann sich Zeit nehmen, sich alles anschauen und miterleben“, sagte Stefan Hückler.

 

Gefechte in der ganzen Stadt

 

Fest stehen bereits einige Programmpunkte, die auf ausgesuchten Flächen zu sehen sein werden: „Zum Auftakt wird es ein Gefecht am Stadttor geben, gefolgt von einem Truppenmarsch mit allen Beteiligten durch die Stadt“, sagte Wolfgang Schwericke. Besonders am 30. Juni wird es im gesamten Stadtgebiet viel zu sehen geben: Dort reitet die Kavallerie der Franzosen durch die Stadt, und während eines preußischen Marsches auf den historischen Wegen in Richtung Schönermark soll eine Gedenktafel eingeweiht werden.

„Die Geschehnisse des Jahres 1806 sind in Gransee in der Erlebbarkeit unterrepräsentiert“, so Schwericke. Die Fahrrad-Erlebnisstrecke etwa sei ehemaliger Schauplatz der Schlacht, der zukünftig auch als Erinnerungsstätte wahrgenommen werden solle. „Im Kloster wird außerdem eine hochwertige Ausstellung mit Zinnfiguren zu sehen sein“, so Schwericke.

Zum Triumph der Franzosen gehörte auch die Plünderung der Stadt, die mit einem Überfall auf das Rathaus veranschaulicht wird. Auch Kanonenvorführungen soll es geben. Auf dem Gefechtsfeld – dem Platz der Jugend – kommt es als Höhepunkt zu einer Schlacht mit Nahkämpfen, Pistolen und Kanonen.

 

Von Christina Koormann

Märkische Allgemeine Zeitung