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Baukulturpreis 2017 Gransee

Gransee und Gemeinden, den 21.09.2017

In den vergangenen 25 Jahren hat sich das Ortsbild in unseren Dörfern und in der Stadt Gransee deutlich verändert. Dieses Engagement und die dadurch erbrachten Leistungen zu würdigen war das Ziel eines Wettbewerbes, der am 17.09. mit der Siegerehrung feierlich beendet wurde.


Der Preis wurde vom Amt Gransee und Gemeinden in drei Kategorien ausgelobt (Neubau, Bauen im Bestand, Garten- und Landschaftsgestaltung) und von Heimat- und Dorfvereinen unterstützt. Unter den 28 eingereichten Beiträgen waren 15 in der Kategorie Bauen im Bestand, vier Neubauten und neun Gartengestaltungen. Die Bewertung der eingereichten Beiträge erfolgte durch eine Jury. Teilnehmer der Jury waren Vertreter des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung Brandenburg, der Bundesstiftung Baukultur, sowie der Architektenkammer Brandenburg als auch Vertreter aus dem Amtsbereich.


Die Jury teilte die Kategorie Bauen im und mit dem Bestand, da die baulichen Strukturen in der Stadt Gransee nicht mit den dörflichen Strukturen vergleichbar sind und vergab zwei erste Preise. Viele Gärten wurden zusammen mit den Häusern als Beitrag eingereicht, daher entschied die Jury, diese den Objekten zuzuordnen.


Den 1. Preis in der Kategorie Bauen im und mit dem Bestand erhielt das Wohnhaus in der Nagelstraße 5 der Familie Schmidtke. Es stellt ein jüngeres und besonders gelungenes Beispiel für einen Sanierungsprozess dar. Die Gebäudefassade wurde durch Modernisierungsmaßnahmen in der DDR-Zeit stark verändert. Liegende Fensterformate, ein rauer Putz und ein verklinkerter Sockel ließen das Haus als Fremdkörper erscheinen. Im Zuge der Sanierung wurden die alten Fensterformate wieder hergestellt und damit auch die ursprüngliche Fassadenstruktur zurückgewonnen. Ergänzt wurden auch die verloren gegangenen Gesimse, so dass das Gebäude in seiner Ursprünglichkeit wieder erkennbar wurde.


Ebenfalls einen 1. Preis in der Kategorie Bauen im und mit dem Bestand bekam der Vierseitenhof der Familie Lück-Lindwurm aus Menz, bestehend aus Wohnhaus, seitlichen Stallungen und rückwärtiger Scheune. Das Ensemble wird heute teilweise als Ferienwohnung vermietet. Diese Hofanlage stellt ein typisches Beispiel für die regionale bäuerliche Bautradition dar. Den Hof hat die Bauherrin den Bedürfnissen der Urlauber entsprechend umgebaut, so dass die Anlage heute einen hohen Erholungswert für die Gäste aufweist. Die Anlage ist ein wichtiger baukultureller Bestandteil der Dorfstruktur und des Ortsbildes, aber auch ein Beitrag zur Förderung des Tourismus in der Region.


In der Kategorie Neubau gewann das Einfamilienhaus der Fam. Krebser und Koch aus dem Jahr 2015, das in der Bahnhofstraße 5 in Neuglobsow steht. Der Neubau sticht in seiner außergewöhnlichen Gestaltung hervor. Außenwände und Dach des von merten nibbes architekten aus Berlin entworfenen Hauses sind komplett mit schwarz geöltem Lärchenholz beplankt. So nimmt es ortsübliche Farben und Materialien auf und erinnert in seinem Erscheinungsbild an eine Scheune.


Überreicht wurden die Preise von der Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg Kathrin Schneider am 17.09.2017 in der Granseer St. Marienkirche. Sie begrüßte das Engagement des Amtes Gransee und Gemeinden, als erste Kommune in Brandenburg einen lokalen Baukulturpreis auszuloben. Es soll, so die Ministerin, Anerkennung und Ansporn für andere Brandenburger Bürgerinnen und Bürger sein, die ihre eigenen Häuser um-, aus oder neu bauen und dabei das baukulturelle Erbe der Region bewahren wollen.


Eine Ausstellung aller Wettbewerbsbeiträge ist in den kommenden Wochen im Turmraum der Granseer St. Marienkirche zu besichtigen.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Baukulturpreis 2017 Gransee